Hypnose in den Medien…
Gestern abend saßen wir am Fernseher und haben uns auf PRO7 Galileo Mystery angeschaut. Thema der Sendung war: Die Macht der Hypnose.
Und wieder mussten wir den Kopf schütteln über die lückenhafte Aufklärung dieses sicherlich machtvollen, aber auch wundervollen Instrumentes. Die Berichte über die beiden Verbrechen waren mangelhaft erklärt, denn man sollte schon erwähnen, dass zur Umsetzung eines solchen Verbrechens bedingungsloses Vertrauen und jede Menge Zeit gebraucht wird. Und dieses war durch die bewundernde Einstellung des Opfers gegenüber dem Hypnotiseur und die gemeinsame Gefängniszelle beides gegeben.
Als es in der Sendung dann zu den Experimenten kam fehlte die Aufklärung, wie und warum so etwas möglich ist.
1. Experiment:
der Versuch eines Psychologen nichtsahnende Probanden ohne ihr Wissen zu hypnotisieren.
Wäre es nicht wichtig gewesen zu erwähnen, dass es eine besondere Situation war und die Probanden sich bereitwillig auf ein Experiment eingelassen haben zu deren Vorbereitung sie sich entspannen sollen? Und somit durchaus bereitwillig den Suggestionen des Psychologen folgen werden und keine Erwartungshaltung gegenüber Hypnose vorhanden ist, sondern nur die Neugierde auf das Experiment. Natürlich war die gesamte Situation auch so geschaffen, dass ein gewisses Vertrauen, das zum Gelingen einer Hypnose erforderlich ist, vorhanden war. (Welcher Mensch hat da kein Vertrauen, wenn 2 Psychologen und laufende Kameras vorhanden sind? Da passiert doch sicher nichts schlimmes.)
2. Experiment:
Reduzierung von Kältempfinden beim Eintauchen des Arms der Probanden in Eiswasser.
Auch hier wäre es für uns wünschenswert gewesen zu erklären, durch welche Suggestionen die Abschaltung des Kälteempfindens hervorgerufen wurde und wie das Unterbewusstsein als eine Art Schaltzentrale bei jedem Meschen funktioniert und deswegen bestimmte Körpergefühle und -funktionen beeinflussen kann. Hypnose sollte nicht als etwas Mystisches dargestellt werden, denn das ist es nicht.
3. Experiment:
Mord unter Hypnose. Der Psychologe wollte beweisen, dass er die Moral des Probanden mit Tiefenhypnose abschalten kann.
An dieser Stelle kamen wir aus dem Kopschütteln nicht mehr heraus. OK… das Experiment ist gelungen, aber was sieht der Laie? Der Laie sieht, dass ein Mensch einen anderen Menschen einfach von einem Balkon im 5. Stock wirft und somit einen Mord verübt hätte.
Aber was geschah wirklich?
Der Psychologe behauptet er hätte die Moral des Probanden ausgeschaltet.
Fehlanzeige: der Hypnotiseur hat in diesem Fall die Suggestion gegeben, dass die Person, die sich auf dem Balkon befindet (also das Opfer) eine Maschine ist und kein Mensch. Also worin besteht jetzt die Abschaltung der Moral? Darin, dass der Proband, das was ihm aufgetragen wurde genau nach Anweisung erledigt hat? Nämlich einen schwarzen Koffer zu nehmen und auch bei Widerstand der Maschine durch Einsatz von Gewalt an diesen Koffer zu gelangen?
Wieder ein Bericht, der Hypnose als böse, gefährlich und heimtückisch darstellt, aber nicht wirklich aufklärt.
Dieser Bericht bekommt von uns die Note mangelhaft für Aufklärung.
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Galileo Mystery ist doch nur Effekthascherei, damit auch alle mit offenem Mund vorm Fernseher sitzen. Aber Hypnose geht nur bis zu einer gewissen Grenze. Man kann dabei niemandem irgendwelche haarsträubenden Illusionen einbläuen(siehe Maschine). Kurz nach dem Aufwachen ist man auch meist in Hypnose. In diesem Zustand kann man sogar steuern, was man träumt, also ist man bei vollem Bewusstsein, weiß wo man ist und alles. Da könnte mir niemand einreden: “Deine grüne Tapete ist jetzt blau” oder so. Zu demjenigen würde ich – auch in Trance – sagen: Geh mal zum Augenarzt. Ein weiteres Beispiel sind Kinder: Sie sind ständig in Hypnose wenn sie spielen. Sie füttern ihre Puppen und Stofftiere mit Bauklötzen und Sandkuchen als Nahrung. Aber auch sie sind dabei bei vollem Bewusstsein und wissen -egal wie sehr sie in ihr Spiel vertieft sind- dass es nur ein Spiel ist und man den Sandkuchen und die Bausteine nicht wirklich essen kann, sondern nur in ihrer Fantasie. Ein weiteres Beispiel bin ich selber: Ich liebe es mich zu gruseln. Ich ziehe mir alle möglichen Horrorfilme rein und stelle mir manchmal vor, wie die Toten in der Geisterstunde auf dem Friedhof wandeln. Ich mache mir oft selber mit den Horrorfilmen Angst und stelle mir vor, dass das alles echt ist. Aber trotz allem ist mir bewusst, dass es keine Wirklichkeit ist, sondern nur in meiner Vorstellung stattfindet. Und in einer Hypnose-Sitzung kann sich ein “Patient” (mir fällt grad kein anderer Ausdruck ein) mit dem Hypnotiseur vorstellen, dass er in der Karibik am Strand liegt, durch Suggestion wird ihm auch sonnig warm, aber trotzdem ist ihm klar, dass das alles nicht echt, sondern nur eine Illusion ist. Genauso kann man in Hypnose aus dem besten Freund keinen wilden Löwen machen, den man erschießen muss. Klar ist man unter Hypnose empfänglich für Suggestionen, aber verarschen kann einen trotzdem keiner. Aber es wird noch dauern, bis diese blöden Vorurteile aus den Köpfen der Menschen verschwinden.
Die tun ja auch nur so als wollen sie aufklären.
Im Grunde geht es doch einfach nur ums “reissen”, und das haben sie ja auch geschafft.